Mit dem „Medienpädagogischen Erzieher/innen Club“ (mec) startet ein einzigartiges Clubangebot für pädagogische Fachkräfte
Anders als früher, sind Kindertagesstätten heutzutage für viele Familien (fast) selbstverständliche Bausteine zur gelungenen Organisation des Familienalltages. Die Komplexität und das Tempo unserer modernen Welt stellen vielschichtige Anforderungen, die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder meistern müssen. Dabei erhalten sie professionelle Unterstützung in Kindertagesstätten, in denen Erzieherinnen und Erzieher die Kinder auf ihrem Weg in die große weite Welt begleiten. Gemeinsam mit den Eltern fördern und stärken sie maßgeblich die Entwicklung von Kleinkindern und helfen ihnen, differenziert und selbstbewusst mit den Medien umzugehen und so ihre Medienkompetenz umfassend stärken.
Der neu geschaffene „Medienpädagogische Erzieher/innen Club“ (mec) bietet dafür das richtige „Know-how“.
Für die tägliche pädagogische Arbeit in Kindertagesstätten sind dafür kontinuierliche
Fortbildungen und ein regelmäßiger Austausch der Erzieher/innen untereinander unverzichtbar und praxis-orientierte Materialien eine wertvolle Hilfe. Vor diesem Hintergrund hat medien+bildung.com – eine Tochtergesellschaft der rheinlandpfälzischen Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK), in Kooperation mit der Stiftung Lesen und mit Unterstützung der LMK am 1. Juli 2008 den „Medienpädagogischen Erzieher/innen Club“ (mec) ins Leben gerufen. Gemeinsam initiieren die Kooperationspartner auf diese Weise dezentral und wohnortnah in Zusammenarbeit mit Fachberatungen und Weiterbildungsträgern den Aufbau eines pädagogischen Fortbildungs-Netzwerkes in ganz Rheinland-Pfalz. So wird den Erzieher/innen ein modernes Instrument zur Verfügung gestellt, um ihre medienpädagogische Arbeit zu professionalisieren.
Kinderalltag heute ist Medienalltag
Der Kinderalltag heutzutage unterscheidet sich in vielen Dingen von dem vergangener Zeiten. Es stehen weniger Spielräume zur Verfügung, in vielen Familien sind beide Elternteile berufstätig und eine Vielzahl von Medien übt eine große Anziehungskraft auf Kinder aus und beeinflusst ihren Tagesablauf: Computer, Fernsehen, Handy, Radio, i-Pod und auch Zeitschriften und Bücher. Mit großer Begeisterung wird gesurft, gespielt, gechattet, ferngesehen und auch gelesen – und am liebsten alles gleichzeitig. Diese Veränderungen spiegeln sich auch im Kindergartenalltag wider und fordern von den pädagogischen Mitarbeiter/innen Fachwissen im Umgang mit diesen Medien. Stärkung der Medienkompetenz ist die Zauberformel dafür - eine kontinuierliche Erziehungs- und Bildungsaufgabe, die von einem vernünftigen Medienmix ausgehen sollte. Dazu zählt zweifelsohne auch die Sprach- und Leseförderung. Denn Lesen ist eine Schlüsselqualifikation in unserer modernen Wissensgesellschaft und wer sich in der verwirrenden Vielfalt von Fernsehprogrammen, dem Internet oder Computerprogrammen- und spielen orientieren will, kommt am Lesen als wichtiges Auswahlkriterium nicht vorbei.
Somit sind Bücher, Zeitschriften und Zeitungen auch in unserer medial geprägten Welt unverzichtbar. Die Divergenz der Medien spielt heutzutage eine entscheidende Rolle und darum brauchen medienkompetente Kinder medienkompetente Erzieher/innen.
Die Angebotspalette des mec
Um die Entwicklung von Medienkompetenz mit Sprach- und Lesekompetenz zu verknüpfen, bietet der neu geschaffene rheinland-pfälzische „Medienpädagogische Erzieher/innen Club“ (mec) unterschiedliche Module an. Mit praxisnahen Angeboten, praktischen Materialien und einem eigenen Internetportal präsentiert sich der Club als Servicestelle und Austauschforum für interessierten Erzieherinnen und Erziehern. Ab September 2008 zählen zum aktuellen Angebot auch 14 zertifizierte Fortbildungen. Darin geht es mal um eine Einführung in „Literacy“, die kreative Nutzung von Sprache und Literatur, mal um „interkulturelle Kompetenzen“ und das Thema Zweitspracherwerb oder um den Medieneinsatz im Kindergarten: dem spielerischen Umgang mit PC und Maus, der kreativen Verfilmung eines Bilderbuchs oder um die Herstellung eines Trickfilms. Diese ganztägigen Seminare sind anerkannte Maßnahmen im Rahmen der Initiative „Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an“, des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz. Ab Herbst 2008 berichtet ein vierteljährlicher Newsletter über aktuelle Informationen aus dem Bereich der frühkindlichen Bildung; die Projekthomepage www.mec-rlp.de stellt neben Beispielen aus der Praxis, aktuellen Medientipps auch alle Fortbildungs-Seminare und ihre spezifischen Inhalte vor. Bis der online-Auftritt startet, sind alle Informationen zum MEC sowohl auf den Internetseiten www.medienundbildung.com, als auch unter www.stiftunglesen.de bereitgestellt. Im November 2008 findet in Mainz die offizielle Auftaktveranstaltung statt. Nähere Informationen dazu finden sich zeitnah im Internetangebot von medien+bildung.com und Stiftung Lesen.
Zu den Arbeitsmaterialien, die die Clubmitglieder erhalten, gehört auch ein „Reader zur Medien- und Literacy-Erziehung“. Dieses Grundlagenwerk stellt den aktuellen Stand der frühkindlichen Bildungsforschung dar, liefert einen Überblick zur aktuellen Kinderliteratur und erklärt Modelle zur spielerischen Heranführung von Kindern an die Welt der Bücher (Literacy-Erziehung). Dazu zählen auch Anleitungen, um Kinder unter Berücksichtigung unterschiedlicher Migrationshintergründe, kontinuierlich an die deutsche Sprache heranzuführen. Zusätzlich enthält der Reader Tipps und Anregungen zur Umsetzung von Praxisprojekten, die Sprach- und Medienkompetenz kombinieren und unterschiedliche Medien (PC, Video, Fotokamera, Audio, Bücher, Internet, …) in die alltäglichen Abläufe der Kita integrieren.
medien+bildung.com und die Stiftung Lesen sehen in dem neu geschaffenen „Erzieher/innen Club“ einen wichtigen Baustein zur Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte, der optimal die bisherigen Angebote des Bildungs- und Erziehungsplanes von Rheinland-Pfalz ergänzt. Die Clubmitgliedschaft ist kostenlos.
„Mit der Einrichtung des mec wollen wir Kommunikationswege schaffen, die die Ansprache an Erzieher/innen von außen, als auch den Austausch der Einrichtungen untereinander, erheblich erleichtern und gleichzeitig Materialien für die praktische medienpädagogische Arbeit zur Verfügung stellen“, erklärt Katja Friedrich, Geschäftsführerin von medien+bildung.com.
Und Heinrich Kreibich, Geschäftsführer der Stiftung Lesen, ergänzt: „Auf diese Weise wird vorhandenes Wissen und Know-how zur frühkindlichen Bildung den Erzieher/innen zugänglich gemacht. Mit seinen verschiedenen Modulen, zur Entwicklung von Medien-, Sprach- und Lesekompetenz, stellt mec eine flankierende Maßnahme dar, um dem wachsenden Sprachverlust in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken.“
Im mec fließen Wissen und Praxiserfahrung zusammen
Mit der Einführung des mec bündeln medien+bildung.com und die Stiftung Lesen ihre langjährigen Praxiserfahrungen in der aktiven Medienarbeit und leisten einen innovativen Beitrag zur Qualifizierung der Erzieher/innen im Bereich frühkindliche Medienerziehung. Auch in Kindertagesstätten wachsen Kinder mit einer Vielfalt von Medien auf, die eine Fülle von Lern- und Entwicklungschancen bieten. Zum einen bringen sie mediale Erlebnisse von zuhause mit in die Kita zum anderen gehen sie neugierig und offen auf neue Medienwelten zu.
Mit seinem reichhaltigen Angebot folgt der mec darum auch den Bildungs- und Erziehungsempfehlungen für Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz, um Kinder einen altersgerechten Umgang mit Medien aller Art zu vermitteln. Dazu zählen auch Anregungen für eine aktive Elternarbeit, um die Vermittlung von Medienkompetenz als gemeinsamen Auftrag von Familie und Kita zu verdeutlichen. Erzieherinnen und Erzieher erweisen sich hier als kompetente Berater für eine altersgerechte Medienerziehung, die Eltern eine Orientierung in der unübersichtlichen Medienwelt bieten.
Infokästen mit Kurzdarstellung von Stiftung Lesen und medien+bildung.com und Ansprechpartner:
Kurzbeschreibung Stiftung Lesen
Die Stiftung Lesen, mit Sitz in Mainz, setzt mit ihren Projekten gezielt in den Feldern an, in denen Leselust und -verständnis geweckt und gebildet werden. Seit 1988 entwickelt und realisiert sie zahlreiche Aktionen, um das Lesen zu stärken und Analphabetismus vorzubeugen.
Der Schwerpunkt liegt dabei auf pädagogisch bewährten Kindergarten- und Schulprojekten, breitenwirksamen Aktionen in Bibliotheken und im Buchhandel sowie der Realisierung von Forschungs- und Modellprojekten, die die Lese- und Sprachkultur in der heutigen Mediengesellschaft langfristig sicherstellen sollen. Traditionell steht die Stiftung Lesen unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.
Kurzbeschreibung medien+bildung.com
medien+bildung.com gGmbH Lernwerkstatt Rheinland-Pfalz ist spezialisiert auf medienpädagogische Praxisprojekte für Radio, Fernsehen und Multimedia und hat langfristige Partnerschaften in Unterricht und Weiterbildung. Die Tochtergesellschaft der Landeszentrale für Medien und Kommunikation (LMK) mit Sitz in Ludwigshafen am Rhein wurde Ende 2006 gegründet und ist u. A. für das rheinland-pfälzische Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur (MBWJK) tätig.
Schulische Arbeitsgruppen und außerschulische Kurse, Seminare und Fortbildungen von medien+bildung.com richten sich an Menschen jeden Alters: Kinder, Schüler/-innen, Jugendliche, Studierende und Erwachsene. Die Medienpädagog/-innen von medien+bildung.com sind mobil und bringen alles mit: Kompetenz, maßgeschneiderte Konzepte und Technik. Die Teilnehmer/-innen lernen, Medien zu verstehen, selbst zu gestalten und kritisch zu hinterfragen
Ansprechpartner:
Am mec interessierte Erzieher/innen aus Rheinland-Pfalz können sich gerne melden bei:
Birgid Dinges oder Sigrid Strecker
mec – Der medienpädagogische Erzieher/innen Club
c/o Stiftung Lesen
Römerwall 40
55131 Mainz